Uranusmonde: Titania und Oberon

Titania Oberon

Titania
Titania ist der größte Uranusmond mit 1580 km Durchmesser. Die Titania- Oberfläche ist mit vorwiegend kleineren Kratern von 10-50 km Durchmesser bedeckt. Auf dem abgebildeten Mondteil sind nur 2-3 große Impaktkessel vom 100-200 km Durchmesser erhalten geblieben.
Das spricht für eine geologisch relativ junge Oberfläche. Auffällig ist hier das ausgedehnte Bruchsystem, dessen Brüche sich zum Teil schneiden. Einige Steilhänge schließen zwischen sich Gräben von 20-50 km Breite, 2-5 km Tiefe und sogar 1500 km Länge ein. Diese Brüche sind wahrscheinlich das Ergebnis der Oberflächenausdehnung während der Endphase des Gefrierens im Titaniainneren. Die jüngsten Formationen sind Strahlenkrater.
Titania ist die Märchenkönigin in Shakespeares "Sommernachtstraum". Die Namen der Krater wurden nach weniger bedeutenden Frauengestalten ausgewählt, die restlichen Formationen wurden nach Orten benannt, die in Shakespearedramen erwähnt sind.
Oberon
Oberon mit 1524 km Durchmesser ähnelt in Größe, Dichte, Farbe und Albedo der Titania, doch bestehen beträchtliche Unterschiede im anteiligen Vorhandensein verschieden großer Krater auf den beiden Körpern. Auf Oberon liegt der Anteil großer Krater prozentuell höher. Unter ihnen fallen vor allem zwei geologisch junge Strahlenkrater mit den Bezeichnungen Hamlet und Othello auf. Auf ihrem Grund liegt sehr dunkles Material, das nur 5-10% des einfallenden Lichts reflektiert. In der Nähe des Kraters Macbeth erhebt sich am Rand der Oberon-Scheibe ein etwa 20 km hoher Berg, wahrscheinlich der Zentralberg einer gewaltigen Impaktstruktur vor einigen hundert Kilometern Durchmesser.
Oberon ist der König der Nacht aus dem "Sommernachtstraum". Die Krater auf diesem Mond tragen Namen tragischer Helden aus Shakespearedramen.
