Johannes Paul II ist gestorben 2. April 2005
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BildergalerieI - ab 3. April 2005
BildergalerieII - ab 6. April 2005
Bildergalerie III - 8. April 2005: Beisetzung Johannes Pauls II am Petersplatz
Artikel 8. April 2005: Beisetzung des Papstes am Petersplatz
Artikel ab 9. April 2005, nach der Beisetzung des Papstes
Ab 18. April 2005 Konklave: Berichte über Konklave
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Artikel ab 7. April 2005
Papst Johannes Paul II. hat nach Angaben aus seinem Testament zeitweise an einen
Rücktritt gedacht. Dies habe er im Jahr 2000 erwogen, heißt es in dem am
Donnerstag veröffentlichten Dokument. Zeitweise habe er auch daran gedacht, in
seiner polnischen Heimat beerdigt zu werden. Später habe er sich aber anders
entschieden.
Der am Samstag gestorbene Papst ordnete an, dass seine persönlichen Notizen
verbrannt werden. Er hinterlasse keinerlei Eigentum.
Dank der "göttlichen Vorsehung" sei während des Kalten Krieges eine nukleare
Konfrontation verhindert worden, heißt es weiter. Das 15-seitige Dokument ist
stark theologisch und spirituell geprägt. In einem Kapitel aus dem Jahr 1990
heißt es: "Nach meinem Tod bitte ich um Heilige Messen und Gebete."
Tausende harrten in der Kälte aus
Nach einer Nacht im Freien hatten am Donnerstagmorgen in Rom weitere Tausende
Pilger ausgeharrt, um die letzte Gelegenheit zum Abschied von Papst Johannes
Paul II. zu nutzen
Singend und Fahnen schwenkend warteten die Gläubigen darauf, dem verstorbenen
Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche im Petersdom die letzte Ehre zu
erweisen. Sie sind vermutlich die Letzten, die den aufgebahrten Leichnam kurz
vor der im Tagesverlauf geplanten Schließung des Doms zu sehen bekommen. Die
italienischen Behörden hatten am Vorabend bereits die Zugänge zum Petersplatz
geschlossen und damit bei vielen der mittlerweile rund vier Millionen Pilger in
Rom Verzweiflung ausgelöst. Doch am Morgen zeigten sich die Polizisten
verständnisvoll: Sie gewährten noch einmal Tausenden Zugang zu den
Warteschlangen, weil viele Pilger erst in der Nacht aus Polen, dem Heimatland
des Papstes, eingetroffen waren.
"Es war furchtbar kalt in der Nacht", sagte ein 21-jähriger Student aus Krakau,
der es nach 18 Stunden Wartezeit in den Petersdom geschafft hatte. "Wir waren
ungefähr zehn Minuten drin, aber es hat sich gelohnt."
Beisetzung am Freitag
Der am vergangenen Samstag verstorbene Papst soll am Freitag in der Krypta des
Doms beigesetzt werden. Zur Trauerfeier werden zahlreiche Staatsoberhäupter und
Regierungschefs erwartet, darunter Bundeskanzler Gerhard Schröder und
Bundespräsident Horst Köhler.
US-Präsident George W. Bush kam am Mittwochabend zusammen mit seinen beiden
Amtsvorgängern Bill Clinton und George Bush senior sowie Außenministerin
Condoleezza Rice nach Rom und erwies dem verstorbenen Papst die letzte Ehre.
Zum Schutz der Trauerfeier sind in Rom Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz.
Flugabwehr-Raketen sind in Stellung gebracht worden, und vor der Küste
patrouilliert ein Kriegsschiff. "Es ist alles unter Kontrolle", sagte der
Sicherheits-Chef der italienischen Hauptstadt, Achille Serra.
Freitag, 10 Uhr, auf dem Petersplatz in Rom: In roten Messgewändern schreiten
die Kardinäle, angeführt von Joseph Ratzinger, und östliche Patriarchen zur
Zeremonie. So ist es geplant. 300.000 Menschen werden sich im weiten Rund
zwischen den Säulengängen drängen. 200 Staatsgäste, darunter Könige und
Königinnen, US-Präsident George W. Bush, UN-Generalsekretär Kofi Annan,
Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder, sitzen auf
Ehrenplätzen in nächster Nähe. Vor dem Altar steht der geschlossene Sarg mit
Johannes Paul II. - darauf ein Evangelium, dessen Seiten der Wind bewegt. Sogar
die Sonne verdunkelt sich an diesem Freitag zum größten Papstbegräbnis der
Geschichte, wenn auch nicht in Rom, sondern über dem Pazifik vor den Küsten
Neuseelands.
Einen "Pilgerstrom von biblischen Dimensionen" erwarten die Behörden, rund vier
Millionen Pilger wollen zu den Feierlichkeiten nach Rom kommen. Die meisten
werden abseits des Petersplatzes ihren Blick auf Riesenleinwände richten müssen
- etwa im Olympiastadion oder am Kolosseum. "Es macht nichts, dass wir nicht
direkt am Petersplatz sein können", sagt eine Frau aus einer polnischen
Pilgergruppe: "Überall in Rom ist es in diesen Tagen so, als würde man den Hauch
der Geschichte atmen."
4.000 Journalisten aus aller Welt haben sich angemeldet, darunter ehemalige
Kriegsberichterstatter von CNN und El-Dschasira. Die Amerikaner haben schon vor
Jahren ein Penthaus mit Panoramaterrasse angemietet - mit Traumblick auf den
Petersdom. "Das ist eine Ansammlung von Medien und Staatsrepräsentanten am
gleichen Ort, die mit keinem Ereignis der jüngeren Geschichte vergleichbar ist",
sagt ein Vatikanmitarbeiter.
Für die Sicherheitskräfte gilt "Alarmstufe eins". 15.000 Polizisten und Soldaten
sind im Einsatz, der Luftraum ist gesperrt, in der römischen Innenstadt gilt ein
völliges Fahrverbot. Auf den Dächern beziehen Scharfschützen Position, in die
Fluten des Tiber steigen Polizeitaucher ab, am Himmel kreisen Militärjets.
"Einzigartige Sicherheitsmaßnahmen", sagt Innenminister Giuseppe Pisanu. "Aber
ich hoffe, dass uns der Papst vom Himmel aus hilft."
Drei Stunden soll die Totenmesse auf dem Petersplatz dauern, sechs Sprachen
sollen gesprochen werden -und Latein. Roberto Colavalle (36) vom Chor der
Sixtinischen Kapelle, ein Spezialist für Gregorianischen Gesang, singt das
Requiem. Es sei wunderschön, sagt er. Dann wird der Sarg in Begleitung von
wenigen hohen Kurienvertretern in den Petersdom und in die Grotten gebracht.
Das Begräbnis, das nicht vom Fernsehen übertragen wird, dauert noch einmal etwa
eine halbe Stunde. Zum Zeichen der Demut wolle er in die bloße Erde, nicht in
einen Marmorsarkophag gelegt werden, so lautete der Wunsch des Papstes. Und so
soll es sein: Bevor der Sarg endgültig geschlossen und versiegelt wird, wird dem
Toten ein Schleier aus weißer Seide über das Gesicht gelegt. Auch ein Säckchen
mit Silber- und Bronzemünzen, eine Rolle mit seinen Lebensdaten in lateinischer
Sprache werden beigegeben. Dann beten die Kardinäle ein letztes "Vater unser"
-und der Sarg wird 1,70 Meter tief in die Erde gelassen. Auf einer schlichten
Marmorplatte wird künftig stehen: "Joannes Paulus II 1920 -2005".
Vatikandiplomaten hoffen, dass die feierliche Stimmung nicht durch irdische
Zwistigkeiten getrübt wird. Denn in den Ehrenreihen sitzen politische
Kontrahenten wie Bush und der iranische Präsident Mohammed Chatami nahe
beieinander. Immerhin: Um einen von Bush angemessen weit entfernten Sitzplatz
für den kubanischen Revolutionär Fidel Castro müssen sich die römischen
Verantwortlichen nicht mehr kümmern. Castro verabschiedete sich schriftlich:
"Möge er in Frieden ruhen, der unermüdliche Krieger für die Freundschaft unter
den Menschen, der Feind des Krieges und Freund der Armen."
von Jutta Lauterbach, dpa
Die Stadt Rom erlebt den größten Pilgerstrom ihrer Geschichte. Die Behörden
erwarten allein an diesem Donnerstag drei Millionen Gläubige in der Ewigen
Stadt, zur Papst-Beerdigung am Freitag sollen es bis zu vier Millionen werden.
Bisher wurden keine nennenswerten Zwischenfälle gemeldet.
"Rom befindet sich nicht im Notstand", sagte der Präfekt Achille Serra. "Die
Lage ist unter Kontrolle." Mit Spannung wurde am Donnerstag die Veröffentlichung
des Papst-Testaments erwartet. Es soll sich um ein sehr theologisch-spirituelles
Dokument handeln.
Die Menschenschlange vor dem aufgebahrten Papst Johannes Paul II. im Petersdom
wurde bis zum Mittag bereits etwas kürzer. Dennoch müssen die Pilger aus aller
Welt nach wie vor viele Stunden ausharren. Unter den Trauernden sind viele
Menschen aus der polnischen Heimat des Papstes.
Malteser im Dauereinsatz
Ärzte und Sanitätshelfer sind auf dem Petersplatz in Rom im Dauereinsatz, um die
Gläubigen medizinisch zu versorgen. Allein das achtköpfige Team des deutschen
Malteser-Hilfsdienstes (MHD) habe in einem von insgesamt drei Sanitätszelten
seit Dienstag rund 500 Pilger behandelt, sagte MHD-Sprecherin Claudia Kaminski
am Donnerstag in Rom. "Neben Patienten mit Unterzuckerung oder
Herz-Kreislauf-Problemen mussten die Helfer auch kleinere Schnittwunden
versorgen."
Eines der wichtigsten Probleme seien die Übermüdung und Erschöpfung von
Menschen, die stundenlang Schlange standen, um den Leichnam von Papst Johannes
Paul II. zu sehen. "Wer kann, wird anschließend wieder in die Schlange
gelassen", sagte Kaminski. Das gilt auch für die Gläubigen, die zur Toilette
müssen. "In den Seitenstraßen sind reihenweise Dixi-Klos aufgestellt", sagte die
Malteser-Sprecherin. Am Mittwoch seien zusätzlich noch rund 1000 mobile
Toilettenhäuschen aus Mailand nach Rom geflogen worden.
Neben dem Malteserorden, der seit mehr als 30 Jahren im Auftrag des Vatikans bei
Großveranstaltungen auf dem Petersplatz die sanitätsdienstliche Versorgung
sichert, kümmern sich auch das italienische Rote Kreuz und der zivile
Einsatzdienst rund um die Uhr um die Pilger. MHD-Einsatzleiter Benedikt
Liefländer sagte, die Kooperation zwischen den deutschen und römischen Maltesern
laufe reibungslos. "Fantastisch auch, wie schnell und effektiv die italienischen
Hilfs- und Sicherheitskräfte dieses Großereignis gestemmt haben, obwohl die
größte Herausforderung mit der Beerdigungsfeier am Freitag natürlich noch auf
uns wartet."
Für die Papst-Beisetzung am Freitag gibt es nach Angaben der Sicherheitsbehörden
in Rom keine konkrete Terrorgefahr. Es lägen keine "konkreten und unmittelbaren
Warnungen" vor, heißt es in der italienischen Hauptstadt. Allein zum Schutz der
200 Staatsgäste, darunter US-Präsident George W. Bush, seien mehr als 1.500
italienische Sicherheitsbeamte abgestellt.
Größeres Kopfzerbrechen mache den Behörden der enorme Andrang der Gläubigen.
"Die wirkliche Gefahr geht von den Menschenmassen aus", sagte ein
Verantwortlicher. Bis zu vier Millionen Pilger werden in Rom erwartet.
Angeblich hat die Angst vor Terroranschlägen viele Gläubige davon abgehalten, in
die "Ewige Stadt" zu reisen, um von Papst Johannes Paul II. Abschied zu nehmen.
Roberto Colavalle wird am Freitag Millionen Menschen zu Tränen rühren, doch er
selbst darf sich keine Gefühlsregung leisten: Der Sänger des Chores der
Sixtinischen Kapelle muss am Freitag vor Staatsgästen aus aller Welt und
Millionen Trauernden das Requiem für die Totenmesse von Papst Johannes Paul II.
auf dem Petersplatz in Rom singen.
"Ich werde mich möglichst freimachen müssen und versuche zu vermeiden, dass die
Gefühle mich besiegen und meine Stimme beeinträchtigen", bekannte der 36-jährige
Sänger. Alle hätten das zwar geprobt, aber leicht werde es sicher nicht. Der 20-
köpfige Männerchor wird am Freitag ein eigens von seinem Leiter Giuseppe Liberto
für die Messe komponiertes Requiem singen.
"Wir üben hart in diesen Tagen, denn alle Psalmen sind neu", erläuterte
Colavalle. Die Musik bezeichnete er als ernst, aber nicht zu rührselig.
Besonders der erste Teil sei "wunderschön". Gemeinsam mit drei Sängern wird der
36-Jährige im Anschluss an die Messe in die Krypta der Basilika hinabsteigen und
weitere Lieder singen, während der Leichnam des Papstes bestattet wird. "Bei
allem Respekt, aber die vielen VIPs in meinem Publikum beunruhigen mich noch am
wenigsten", sagte der Chorsänger.
Colavalle, der 1979 als Elfjähriger in dem Chor der Sixtinischen Kapelle begann,
gilt als Spezialist für Gregorianischen Gesang. Er war es auch, der schon
Stunden nach dem Tod des Papstes als einer der ersten von ihm Abschied nehmen
durfte: "Meine Beine zitterten, ich konnte nicht gehen, nicht denken, geschweige
denn singen. Aber nach einer Weile hatte ich den Mut näher an ihn zu treten",
erinnert sich Colavalle.
"Dankbarkeit" sei sein beherrschendes Gefühl gewesen. Und diese lässt ihn auch
nur Stunden vor seinem wichtigen Auftritt ruhig, gefasst und professionell
erscheinen.
Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
Die israelische Jazz- und Bluessängerin Achinoam Nini hatte schon fünf Mal vor,
dem Papst das "Ave Maria" zu singen. Das italienische Fernsehen lud sie als
einzige Künstlerin ein, während der Live-Übertragung der Beisetzung des Pontifex
erneut "Ave Maria" zu singen. "Viele Künstler sind vor dem Papst aufgetreten.
Warum wurde ausgerechnet ich ausgewählt?", fragte Nini erstaunt.
"Ich fliege nach Rom als Vertreterin Israels und des jüdischen Volkes, um dem
Papst die letzte Ehre zu erweisen für das, was er für Israel und die Juden getan
hat. Ich empfinde eine große Verantwortung", sagte die Künstlerin.
Die 1969 in Israel geborene Achinoam Nini stammt aus einer jemenitisch-jüdischen
Familie. Sie lebte zeitweilig in New York, wo sie ihre musikalische Ausbildung
erhielt. 1994 ist sie zum ersten Mal im Vatikan aufgetreten, kurz nachdem der
Vatikan und Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. "Jedes Mal, wenn
ich vor ihm gesungen habe, betonte er mir gegenüber, wie sehr er das jüdische
Volk liebe", erinnert sich Nini. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals
wieder einen Papst geben wird, der so gut für die Juden sein wird."
Nini befand sich am vergangenen Samstag auf einer Tour durch Italien in der
Hafenstadt Rimini. "Ich sang als Zugabe das 'Ave Maria' und empfand einen
Schmerz im Herzen. Als ich das Lied, das der Papst so sehr mochte, gerade
beendet hatte, bemerkte ich, wie es unter den Zuschauern tuschelte, wie die
Menschen plötzlich Tränen in den Augen hatten. Und so erfuhr ich, dass der Papst
in dem Augenblick gestorben war."
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Kultusministerin Hohlmeier und Staatssekretär Freller rufen Schulen zu einer Gedenkminute für den verstorbenen Papst auf – Lebenswerk Johannes Pauls II. soll im Unterricht gewürdigt werden
N24 überträgt die Beisetzung von Papst Johannes Paul II. am kommenden Freitag ab 09:30 Uhr live. Der Kapuzinermönch und N24-Moderator Bruder Paulus Terwitte und die Reporter Philipp Zahn und Ralf Finke berichten live aus Rom über die Geschehnisse vor Ort.
Im Studio in Berlin kommentiert Sonderkorrespondent Dieter Kronzucker die Zeremonie. Die Moderatoren Tatjana Ohm, Thomas Spahn und Alexander Privitera führen im N24-Studio durch die Sondersendungen bis ca. 20:00 Uhr.
N24 Sondersendung zur Beisetzung von Papst Johannes Paul II. – am Freitag, am 08.04.2005 ab 09:30 Uhr bis ca. 20:00 Uhr.
10:00 - 13:00 Live Trauerfeier für Papst
13:00 - 19:30 Live Sonderberichterstattung Trauerfeier / Nachrichten
19:30 - 20:00 N24 SPEZIAL: ABSCHIED VON JOHANNES PAUL II
-- alle Fernsehsender werden diese Zeremonie übertragen --
