Marsmond: Deimos

Der kleine Marsmond Deimos misst 16 x 12 x 10km, er umkreist den Planeten in einer Entfernung von 23.500km, ein Umlauf dauert 30 Stunden, 18 Minuten.
Wenn man das Aussehen der beiden Marsmonde vergleicht, hat man den Eindruck, Deimos wäre glatter, denn er ist nicht so dicht und lückenlos von Kratern übersät wie Phobos. Warum? Das Rätsel löste Viking 2, dessen Bahn nur 28km weit an Deimos vorbeiführte und dabei Aufnahmen machte, auf denen zwei bis drei Meter große Details zu unterscheiden waren. Es zeigte sich, dass auch die Oberfläche des Deimos von Kratern völlig übersät ist, dass diese jedoch unter Ablagerungen von feinem Material liegen. Auch die auf Deimos sichtbaren hellen Flecken sind Schichten von feinem, vielleicht bei Impakten ausgeworfenem Material. Furchen und Rillen wie auf dem größeren Mond gibt es auf Deimos nicht.
Provozierend ist die Frage nach dem Ursprung der beiden Marsmonde. Nach ihren Ausmaßen und ihrer Masse ergibt sich ihre Dichte von etwa 2g/cm³, was im Sonnensystem einer bestimmten Meteoritenart, den sogenannten kohligen Chondriten, entspricht. Die gleiche Zusammensetzung dürften auch einige Typen von Asteroiden haben, die in der äußeren Hälfte des Asteroidengürtels zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter um die Sonne laufen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Phobos und Deimos ehemalige Asteroiden sind, die sich dem Mars so weit näherten, dass sie von seiner Gravitationswirkung eingefangen und zu seinen Satelliten wurden.
Wie dem auch sei, Phobos und Deimos können uns als die am gründlichsten erforschten kleinen Körper eine anschauliche Vorstellung vom Aussehen und von den Eigenschaften der Asteroiden vermitteln. Weitere Einzelheiten dieser Körper könnten wichtige Informationen über die Anfänge des Sonnensystems geben.