Uranusmonde: Ariel und Umbriel

Ariel                                                        Umbriel

Als 1986 Voyager 2 vorbeiflog, wurden nur die damals dauernd sonnenbestrahlten Südhalbkugeln der großen Uranusmonde erforscht. Dabei stellte sich heraus, dass alle diese Monde in der Vergangenheit geologisch aktiv waren. Die Monde bestehen aus etwa 50% Wassereis und 50% Gesteinen, auf ihrer Oberfläche herrscht eine Temperatur von ca -190°C.

 

Ariel

Ariel ist der hellste Uranusmond mit einem Durchmesser von 1158 km. Seine Oberfläche ist jünger und geologische vielgestaltiger als die der restlichen Monde. Die alte, von Impaktkratern bedeckte Oberfläche ist beträchtlich durch ein globales Bruch- und Risssystem gestört und zergliedert, das lange Täler und Grabensenken entstehen lässt. Die Entstehung der Brüche hängt wohl mit einer Ausdehnung der Ariel-Rinde beim Gefrieren des Mondes zusammen. Die Sohlen der seichten Täler sind mit glattem Material bedeckt, das wohl in einem Strom aus beträchtlich viskosem Eis hierher gelangt ist. Am jüngsten auf Ariel sind die Impaktkrater mit einem hellen Wall und Saum. Ariel ist ein guter Geist in Shakespeares "Der Sturm" und im satirischen Epos "Lokkenraub" von Alexander Pope. Die Formationen auf Ariel wurden nach Licht- und anderen guten Geistern benannt.

Umbriel

Umbriel mit seinem Durchmesser von 1172 km hat eine ähnliche Größe und Dichte wie Ariel, doch bestehen zwischen den Oberflächen und der Entwicklung beider Monde deutliche Unterschiede. Umbriel ist der dunkelste der großen Uranusmonde, er reflektiert nur 19% des Sonnenlichts. Möglicherweise ist die Bedeckung seiner Oberfläche mit dunklen Staub- und Bruchstücken erst nachträglich aus einer Staubwolke irgendwo auf seiner Umlaufbahn erfolgt. Der ganze Mond ist kraterübersät, hier gibt es auch viele große Kraterformationen, die für ein beträchtliches Alter der Oberfläche sprechen. Hier finden sich aber keine hellen Strahlen oder Ringe aus hellem, aus Impaktkratern aufgeworfenem Material. Auswirkungen von inneren Kräften lassen sich hier auch nicht ausmachen. Die hellste und zugleich rätselhafteste Formation ist ein heller Ring auf dem Grund des großen Kraters Wunda am Rand der Mondscheibe. In der zitierten Pope-Dichtung personifiziert Umbriel die Kräfte des Bösen und der Finsternis. Die Namen der Umbriel-Formationen wurden deshalb unter den Geistern des Bösen und der Unterwelt ausgewählt.